Humor. Für's Auge und für's Ohr.



Leitgedanken

"Ich definiere den Humor als die Betrachtungsweise des Endlichen vom Standpunkte des Unendlichen aus."
(Christian Morgenstern)

"Humor ist Erkenntnis der Grenze, verbunden mit grenzenloser Erkenntnis."
(Gerhart Hauptmann)



Leitgedicht I

Man spricht vom Humor jetzt oft und viel
Und denkt dabei nur an ein leeres Spiel.
Mancher kursieret als ein Humorist,
Der nichts weiter als ein Spaßmacher ist,
Nichts ahnt von dem inneren Widerspruch,
Von dem Zickzack, dem inneren Bruch,
Der durch das gesamte Weltall dringt.

Hat aber einer die Geistesmacht,
Die scharf durchschaut und doch heiter lacht,
Versteht er über sich selbst zu schweben,
Sich selber dem Lachen preiszugeben,
Dem sei es gegönnt von ganzem Herzen,
Auch einmal einfach närrisch zu scherzen,
Ohne versteckte Gedankentiefen
Seine Freude zu haben am Naiven.

(Friedrich Theodor Vischer)



Leitgedicht II

Der Humor

"
Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens.
Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht.
Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens,
so hat man ihn entweder - oder hat ihn nicht.

Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen.
Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz.
Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden,
im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz.

Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen,
weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt.
Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen,
so dass sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt.

Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen
und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist.
Ja, mit Humor lässt sich sogar ein Humorist ertragen,
und wenn er wirklich noch so traurig ist."

(Fred Endrikat)



Letzte Änderung am Samstag, 9. Dezember 2017 um 18:00:04 Uhr.